„Anstatt echtem Radweg bekommt Amelsbüren jetzt eine Fahrradstraße mit 40-Tonner-Schwerlastverkehr“
Die CDU Amelsbüren kritisiert die Entscheidung, auf der Thierstraße nun eine Fahrradstraße auf Probe einzurichten, statt den seit Jahren geforderten begleitenden Radweg weiterzuverfolgen. Für Sebastian Lieske, CDU-Vorsitzender in Amelsbüren und Bezirksvertreter, ist das ein falsches Signal für den südlichen Stadtteil und für eine verlässliche Radverkehrspolitik. „Die Thierstraße ist Teil der Verbindung zwischen Amelsbüren, Hiltrup und dem Umland. Seit Jahren wird vor Ort ein sicherer begleitender Radweg gefordert. Jetzt wird daraus eine Fahrradstraße mit Schwerlastverkehr. Das ist keine Lösung, sondern ein Rückschritt“, erklärt Lieske.
Besonders ärgerlich sei, dass der Bürgerwille in Amelsbüren erneut nicht ausreichend berücksichtigt werde. In Bürgerwerkstätten, Gesprächen und Rückmeldungen aus dem Stadtteil sei immer wieder deutlich geworden, dass eine sichere Radwegeführung entlang der Thierstraße gewünscht werde. „Viele Menschen haben sich eingebracht, weil sie eine bessere und sichere Verbindung wollen. Wenn am Ende trotzdem über ihre Köpfe hinweg entschieden wird, beschädigt das Vertrauen in politische Beteiligung“, so Lieske.
Auch das Kostenargument überzeugt die CDU Amelsbüren nicht. Natürlich müsse sorgfältig geprüft werden, welche Lösung finanzierbar und umsetzbar sei. Aber gerade deshalb hätte die Verwaltung aus Sicht der CDU den Auftrag erhalten müssen, Flächenverfügbarkeit, Grunderwerb, Fördermöglichkeiten, Ausgleichsflächen und belastbare Kosten eines begleitenden Radwegs konkret zu prüfen. „Man kann nicht erst sagen, ein Radweg sei zu teuer, und gleichzeitig gar nicht alle Voraussetzungen ernsthaft prüfen lassen. Wer eine gute Lösung will, muss sie auch politisch wollen“, sagt Lieske. Zudem wird die klamme Kommune, laut Verwaltung, mit bis zu 80% Kostenübernahme durch das Land NRW unterstützt.
Für die CDU bleibt entscheidend, dass eine Veloroute mehr sein müsse als ein Schild und etwas Farbe auf der Straße. Wenn Radverkehr wirklich gestärkt werden solle, brauche es sichere und hochwertige Infrastruktur. „Eine Fahrradstraße kann an manchen Stellen sinnvoll sein. An der Thierstraße aber brauchen wir eine Lösung, die auch Familien, Schülerinnen und Schülern, Pendlern und Alltagsradfahrern ein gutes Sicherheitsgefühl gibt. Genau dafür wäre ein begleitender Radweg die richtige Perspektive“, betont Lieske.
Die CDU Amelsbüren fordert deshalb, den begleitenden Radweg nicht endgültig aufzugeben. Die nun beschlossene Fahrradstraße dürfe nicht zur bequemen Ersatzlösung werden. „Wir werden weiter dafür eintreten, dass die Thierstraße eine sichere, dauerhafte und hochwertige Radwegeverbindung bekommt. Amelsbüren darf bei der Infrastruktur nicht wieder mit einer Minimallösung abgespeist werden“, so Lieske abschließend.