Sporthalle trotz fehlender Finanzierung vorantreiben
Heitere Mienen trotz schwieriger Lage für den Sport in Amelsbüren: CDU-Ratsherr und Fraktionschef Stefan Weber (2.v.r.) hatte Oberbürgermeister Tilman Fuchs (rechts) in den Stadtteil eingeladen.Auf Einladung des örtlichen Ratsherrn Stefan Weber (CDU) hat Oberbürgermeister Tilman Fuchs (Grüne) den Stadtteil Amelsbüren am Dienstagnachmittag (19. Mai) besucht. Im Mittelpunkt der Gespräche auch mit dem Sportverein DJK Grün-Weiß Amelsbüren stand die seit Jahren sehnlich erwartete und dringend benötigte Sporthalle. „Amelsbüren braucht endlich eine verlässliche Perspektive. Dass die Finanzierung der Sporthalle auf Vorschlag der Verwaltung zunächst aus dem aktuellen Haushalt gestrichen wurde, ist für den Stadtteil eine herbe Enttäuschung. Umso wichtiger ist es jetzt, dass aus der Finanzpause keine Planungspause wird“, sagte Weber, der auch Vorsitzender der CDU-Fraktion in Münsters Rathaus ist.
Beim Gespräch mit DJK Grün-Weiß sei der große Bedarf erneut deutlich geworden. Der größte Amelsbürener Sportverein sei auch ein wichtiger Akteur des gesellschaftlichen Lebens im Ort. Hinzu komme der schulische Bedarf. Die Hallensituation reiche für einen Stadtteil dieser Größe und Entwicklung längst nicht mehr. „Die Stadt darf am Ende der zunächst gestrichenen Finanzierung nicht wieder bei null anfangen. Wenn die Projektfinanzierung steht, müssen die Planungs- und Umsetzungsregelungen getroffen sein“, so Weber.
Weber und Ratsherr Marcus Bielefeld, sportpolitischer CDU-Sprecher, benannten vier entscheidende Punkte, damit das Sporthallenprojekt am Ende in trockene Tücher kommt. Erstens müssen die planrechtlichen Voraussetzungen weiterbearbeitet und abgeschlossen werden. Nur wenn Baurecht und Planungsvoraussetzungen rechtzeitig vorliegen, kann das Vorhaben später ohne Verzögerungen wieder aufgenommen werden. Zweitens müssen die liegenschaftlichen Fragen geklärt werden. Grundstücks-, Flächen- und Pachtfragen dürfen nicht ungelöst bleiben, wenn die nächste Planungsstufe gestartet werden soll. Drittens muss ein Ersatzspielfeld vorbereitet werden, falls die heutige Ascheplatzfläche für die neue Sporthalle gebraucht wird. Auch dieser Schritt darf nicht erst gesetzt werden, wenn die Finanzpause endet. Und viertens soll geprüft werden, ob die Sporthalle auch durch eine öffentlich-private Partnerschaft (PPP-Modell) oder ein vergleichbares Format finanziert werden kann.
„Ein solches Modell ist für Münster nicht neu, etwa bei der Sporthalle in Hiltrup. Diese Möglichkeit sollte für Amelsbüren nicht vorschnell ausgeschlossen werden“, sagte Weber. Gerade in der angespannten Haushaltslage müsse die Stadt alle seriösen Alternativlösungen prüfen und dabei Kosten, Bauzeit, Risiken, Betrieb, langfristige Bindungen und kommunale Steuerungsmöglichkeiten in den Blick nehmen. Entscheidend sei, welche Variante für die Stadt, den Stadtteil, die Schule und den Vereinssport wirtschaftlich, zeitlich und organisatorisch die beste Lösung biete.
Aus Sicht der CDU ist das Jahr 2028 ein Dreh- und Angelpunkt. Dann nämlich feiert der DJK Grün-Weiß Amelsbüren sein 100. Vereinsjubiläum. „Dann sollte die Stadt nicht mit leeren Händen mitfeiern wollen“, so Weber. Mindestens die Realisierung müsse zu diesem Zeitpunkt glasklar sein, Amelsbüren dürfe nicht noch länger vertröstet werden. Der CDU-Fraktionschef und Amelsbürener Ratsherr wies in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass der Stadtteil seit Jahren Verantwortung für ganz Münster übernehme durch Gewerbe- und Industrieflächen, viele Windkraftstandorte, durch Beiträge zur Energieversorgung und Energiewende und durch die forensische Klinik mit überörtlichen Aufgaben. Stefan Weber: „Verantwortung darf keine Einbahnstraße sein.“