Warum der Hansa-Business-Park bessere ÖPNV-Anbindung braucht
„Der Hansa-Business-Park ist ein zentraler Wirtschaftsstandort für Münster und braucht endlich verlässliche Rahmenbedingungen.“ Nach vielen Gesprächen mit dort ansässigen Unternehmen zieht Amelsbürens Ratsherr Stefan Weber, der auch Fraktionsvorsitzender der CDU im Rat ist, eine klare Zwischenbilanz. „Es gibt Fortschritte in der Planung, aber weiterhin erheblichen Handlungsbedarf bei Infrastruktur, Erreichbarkeit, Ordnung und Aufenthaltsqualität.“ Bereits Anfang Oktober hatte Weber Unternehmen im Hansa-Business-Park Gespräche angeboten. „Mir war wichtig, zuzuhören und mir ein eigenes Bild zu machen“, so Weber. In den vergangenen Wochen wurden prompt die ersten Gespräche geführt, deren Erkenntnisse nun in die politische Arbeit der CDU einfließen. „Die Rückmeldungen aus dem Hansa-Business-Park sind eindeutig. Inzwischen arbeiten hier rund 700 Menschen. Die Beschäftigten und die Unternehmen erwarten, dass ein moderner Gewerbestandort auch im Alltag funktioniert. Das ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg“, erklärt Weber. Zur Entwicklung des Hansa-Business-Parks gab es Lob und Kritik.
Der Mangel an gastronomischen Angeboten und Nahversorgung ist eines der am häufigsten genannte Probleme. Positiv vermerkt wurde, dass im Gebäude der Batterieforschungsfabrik (FFB) eine öffentlich zugängliche Kantine vorgesehen ist und entlang der Kopenhagener Straße eine Bäckerei mit Bistro und Café entstehen soll.
Die mangelnde Anbindung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) bleibt nach Webers Worten ein Kernproblem, vor allem für Beschäftigte in Schichtarbeit und die Kundschaft. Zusätzliche Kritik ergibt der Fortfall des individualisierten Loop-Angebots, das zuvor den Standort besser erreichbar machte. Die CDU hat einen Antrag in die gestellt, in dem konkrete Verbesserungen für die Buslinien 7 und 18 gefordert werden Die Stadtwerke verweisen dazu auf den 4. Nahverkehrsplan, der Anfang 2026 erarbeitet werden soll. Aus CDU-Sicht reicht das nicht: „Der Wegfall von Loop hat die Situation spürbar verschlechtert. Der Hansa-Business-Park muss im Nahverkehr in Verbindung mit dem Alexianer-Krankenhaus klare Priorität erhalten. Wir erwarten, dass auch kurzfristige, interimistische Verbesserungen geprüft und umgesetzt werden und nicht erst in einigen Jahren.“
Das bislang geduldete Parken auf der Kopenhagener Straße sorgt für Unsicherheit. Nach Abschluss der aktuellen Leitungsarbeiten sollen die endgültigen Markierungen mit je 3,25 Meter breiten Fahrspuren und einem mittigen Linksabbiegestreifen aufgebracht werden, hat die städtische Wirtschaftsförderung Weber mitgeteilt. Separate Parkstreifen sind nicht vorgesehen. „Wichtig ist, dass danach eine klare Verkehrsordnung gilt und auch konsequent durchgesetzt wird“, so Weber.
Besonders kritisch äußern sich viele Unternehmen zur mangelnden Pflege des Straßenbegleitgrüns und zum allgemeinen Erscheinungsbild des Gebiets. Im Sommer zugewachsene Sichtachsen, ungepflegte Grünflächen und ein insgesamt provisorischer Eindruck prägen Teile des Hansa-Business-Parks. „Das Erscheinungsbild des Standorts steht in keinem angemessenen Verhältnis zur wirtschaftlichen Bedeutung und zum Gewerbesteueraufkommen, das hier erwirtschaftet wird“, sagte Weber. Das Abstellen von Lkw auf Grünflächen ist in noch nicht fertig ausgebauten Bereichen zu beobachten. Mit dem Endausbau der Deventerstraße im kommenden Jahr und perspektivisch der Antwerpener Straße erwartet die CDU spürbare Verbesserungen. Die wöchentliche Reinigung durch die Arbeitsgemeinschaft Betriebssozialarbeit e. V. ist ein wichtiger Beitrag, reicht nach Rückmeldung der Unternehmen jedoch oft nicht aus. „Ordnung und Sauberkeit sind harte Standortfaktoren und müssen dauerhaft sichergestellt werden“, so Weber.